Jamie Bennett | US

Der Schmuckkünstler Jamie Bennett konzentriert sich auf Techniken und mögliche Dimensionen des Industrie-Emails sowie auf ausgewählte Aspekte des Zusammenspiels von Farbe und Form im Kontext der Bauhauslehre. Während dort ein stetiges Zusammenspiel von Form und Farbe propagiert wurde, wählt Jamie Bennett bewusst die Farbe als primären Aktionsraum aus und lässt Formen – wie Kreise, Quadrate und Dreiecke – darin als Akteure miteinander spielen. Inspiriert wird er auch durch Kandinsky, der in seiner Malerei das strenge Gestaltungsdiktat, welches er als Lehrer vertrat, vollkommen intuitiv auf der Leinwand reflektierte.
Jewellery artist Jamie Bennett focuses on techniques and possible dimensions of industrial enamel, as well as certain aspects of the interaction of colours and shapes in the context of Bauhaus principles. While Bauhaus promoted a constant interplay of shape and colour, Bennett specifically chooses the colour as his primary action space and lets shapes – circles, squares, triangles and more – engage with each other as actors therein. He also draws inspiration from Kandinsky, who intuitively reflected in his paintings the strict dictate of design that he taught.

Sophie Hanagarth | CH / FR

Die Schmuckstücke von Sophie Hanagarth arbeiten mit der Verschmelzung von Zeichen. Im Rahmen des Symposiums untersucht sie die Volumen von geometrischen Grundformen in der Verschränkung mit menschlichen Körperteilen. Daraus entstehen Schmuckstücke, die in einem Schwebezustand zwischen Zitaten verweilen. Sie setzt dabei Abstraktion soweit ein, dass eine offene Gesamtform entsteht, die zwischen fleischlicher Form und symbolischem Objekt sowie einem topologischen Urgerüst changiert.
Sophie Hanagarth’s jewellery utilises a fusion of symbols. During the symposium, the artist investigates the volume of basic geometric shapes interlaced with human body parts. The results are pieces of jewellery that remain suspended between references. Hanagarth uses abstraction to a degree that results in an open overall shape, oscillating between corporeal form and symbolic object as well as a topological protostructure.

Melanie Isverding | DE

Bekannt unter anderem für ihre Schmuckarbeiten, die verschiedene Gewebeformen kombinieren, konzentriert sich Melanie Isverding in ihren beim Symposium entstandenen Anhängern auf die Integration symbolischer Bauhaus-Motive. Zum Beispiel steht der in der Fläche angeschnittene Kreis als Symbol für das Bauhaus, das uns auch heute noch bewegt. Dazu gestaltet sie Rahmen, in denen der Fadenlauf eine neue, geometrische Landschaft schreibt.
Melanie Isverding, known for her jewellery works combining different weave patterns, concentrates on integrating symbolic Bauhaus motifs in her pendants created during the symposium. The sectioned circle, for instance, represents the way Bauhaus still moves us today. Isverding also crafts frames for her pieces, in which the grain composes a new geometric landscape.

Katharina Kielmann | DE / AT

Zwischen den Disziplinen arbeitend konzentriert sich Katharina Kielmann auf die Verschränkung von Kunst und Gebrauchsobjekt, die unter anderem in der Webklasse am Bauhaus verfolgt wurde. Das ausgestellte emaillierte Backblech verweist hierbei auf die Gleichzeitigkeit von Kunst und Design. So sind die Schnittmarkierungen am Rahmen wichtig für die Aufteilung von Kuchenstücken, während man nach der Verwendung das Backblech als Bild an die Wand hängt.
In her interdisciplinary work, Katharina Kielmann focuses on the interconnection of art and objects of daily use, which was addressed in the weaving workshop at Bauhaus, among others. The enamelled baking tray on exhibition embodies the simultaneity of art and design, as well as the way both are merged in utilisation. For instance, the cut markings on the sides are useful for dividing cakes into pieces, while after use, the tray can be hung on a wall as a picture.

Felix Lindner | DE

Gleich der Bestückung einer Kunstkammer nimmt Felix Lindner ein objèt trouvet als Anlass für ein Schmuckstück bzw. Objekt. Damit will er unter anderem bestimmte Materialien, wie zum Beispiel eine gefundene Austernschale, in ein neues Licht rücken und zugleich Fragen nach Wertigkeit und Ökologie sowie deren Priorisierung reflektieren. Er fasst dieses Fundstück als Salzfass auf Kugeln, um die Kunst in den Alltag zu überführen.
As if populating a cabinet of curiosities, Felix Lindner uses found objects as the initial point for jewellery or pieces of art. He uses this to present certain materials, such as a found oyster shell, in a new light, while also raising questions about values, ecology, and the prioritisation of both. Lindner frames this found object as a salt cellar on spheres in order to translate art into everyday use.

Mandy Rasch | DE

Die Emailkünstlerin entwickelt mit Blick auf den Kampf von Künstlerinnen und Künstlern in der Gegenwart eine sozialkritische Objektreihe. In Reflexion auf die ekstatisch gefeierten Feste der Bauhaus-Studierenden, die trotz Mangel an Material und Nahrung in der Zwischenkriegszeit für die Freude an der Kunst einstanden, kreiert Mandy Rasch eine Maskenreihe. Die aus Sieben geformten Gesichter stehen zum Beispiel für die Kraft oder den Trotz bzw. symbolisieren sie einen Schutzschild für die Künstlerin/den Künstler. Enamel artist Mandy Rasch designs a sociocritical series of objects centring on the daily battles of contemporary artists. Reflecting the ecstatic celebrations of the Bauhaus students, who stood up for taking delight in their art even with the scarcity of materials and food of the interwar period, Rasch creates a series of masks. The faces, formed of sieves, represent aspects such as power or defiance and symbolise a shield for the artists.

Sarah Schuschkleb | DE

Der Fokus von Sarah Schuschklebs Arbeitsweise liegt in der Konzentration auf den/die TrägerIn. Sie beschäftigt sich mit einem aus dem heutigen Alltag fast gänzlich verschwundenen Accessoire: dem Muff. Damit stellt sie zum einen auf formaler Ebene einen Bezug zu der reinen, manchmal fast brutal wirkenden Arbeit mit geometrischen Grundformen am Bauhaus dar. Zum anderen entstehen so Schmuckstücke, deren vorgeformte Räume gelenkten Handlungsanweisungen gleichkommen.
Sarah Schuschkleb’s methodology is based on a focus on the wearer. She works with an accessory that has nearly vanished from modern life – the muff. She uses this to create a reference to the pure, almost brutal work with basic geometric shapes as practised at Bauhaus. On the other hand, the results are pieces whose predefined spaces amount to channelled, directed instructions.
*Sarah Schuschkleb war die Gewinnerin der Absolventen-Ausschreibung.

Anat Shiftan | IL / US

Inspiriert von den Möglichkeiten des Industrie-Emails in den Künstlerwerkstätten der Stadt Erfurt präsentiert die Keramikkünstlerin Bilder in Email. Dabei lässt sie sich von den Kompositionen der Webklasse am Bauhaus anregen. Ihre Farbkompositionen wiederum erinnern an die von Johannes Itten so stark propagierten Primärfarben. Zusätzlich schafft Anat Shiftan durch die orthogonale Annordnung von Farbbahnen weitere Bezüge zu textilen Arbeiten des Bauhaus.
Drawing inspiration from the possibilities of industrial enamel as used at Künstlerwerkstätten Erfurt, Anat Shiftan presents pictures in enamel. Her works are influenced by the compositions of the weaving workshop at Bauhaus. Her colour composition is evocative of Johannes Itten’s vehement promotion of primary colours. Shiftan’s orthogonal arrangement of colour bars creates an additional reference to the works of the Bauhaus weaving workshop.

Ketli Tiitsar | EE

Vertieft in die Beschreibungen der Formlehre von Kandinsky begann Ketli Tiitsar damit, dieses Programm selbst durchzuarbeiten, um zu sehen, ob und wie es funktioniert. Eine besondere Herausforderung ist für sie dabei die Tatsache, dass sie bisher nie gezielt mit Farben gearbeitet hat und in ihrer neuesten Schmuckreihe Holz als Ausgangspunkt nimmt. Mit ihrem Projekt will sich Ketli Tiitsar also nicht nur dem Programm eines Formmeisters stellen, sondern auch Farben neu in ihr Œuvre integrieren.
While studying Kandinsky’s design theory, Ketli Tiitsar began moving through the program herself to see if and how it works. Her biggest challenge is never having worked specifically with colours before, as well as using wood as the basis for her newest jewellery series. Tiitsar therefore not only aims to follow the programme of a Bauhaus master in her new project, but to also newly incorporate colours in her œuvre.

Karola Torkos | DE

Bevorzugt beschäftigt sich Karola Torkos mit Ketten. Das Prinzip der Reihung in Verbindung mit abstrakten Formen wendet sie unter anderem auf Alltagsgegenstände an. Analog zu einem Bausatz von geometrischen Körpern, wie er typischerweise am Bauhaus verwendet wurde, beschäftigt sich Karola Torkos im Rahmen des Symposiums mit einem Satz Spielsteine. Dabei reflektiert sie den spielerischen Umgang mit einem festgelegten Formenkatalog sowie die mögliche Leichtigkeit, mit der die Grenzen zwischen dem Prozess der Gestaltung und seinem Ergebnis verschwimmen.
Karola Torkos mostly works with chains. Among other techniques, she applies the concept of sequence in combination with abstract shapes to objects of everyday use. In analogy to the kits of geometric solids typically used at Bauhaus, Torkos engages with a set of gaming pieces during the symposium. She reflects the playful interaction with a defined canon of forms and the ease of blurring the lines between the design process and its result.

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